top of page

Songbeschreibung – „Matthias, hörst du mich?“

„Matthias, hörst du mich?“ ist kein Song, der erklärt – er bleibt.
Er drängt sich nicht auf, er schreit nicht. Er setzt sich neben dich, legt eine Hand auf deine Schulter und wartet, bis du wieder Luft bekommst. Genau das erzählt auch das Cover: Zwei Männer im Halbdunkel, ein warmer Straßenlampenschein, kein Blick nach vorn, sondern ein Moment dazwischen. Zwischen Nacht und Morgen. Zwischen Zusammenbruch und Weitergehen.

Der Song handelt von Nähe, wenn Worte fehlen. Von Loyalität ohne Bedingungen. Von dem einen Menschen, der nicht fragt, warum du kämpfst, sondern sagt: Ich bin da.
Die Zeile „Matthias, hörst du mich?“ ist kein Ruf aus der Ferne – sie ist ein leiser Test, ob Verbindung noch möglich ist. Ob der andere noch erreichbar ist hinter Sirenen im Kopf, hinter Druck, Erwartungen, innerem Lärm.

In den Strophen geht es um Orientierungslosigkeit, um das Gefühl, für zwei stark sein zu müssen, während man selbst kaum stehen kann. Zweifel, kalte Blicke, verletzende Worte – all das bleibt im Hintergrund, nie plakativ, aber spürbar. Der Fokus liegt nicht auf Schuld oder Analyse, sondern auf dem Dableiben, wenn es schwer wird. Der Refrain macht daraus ein Versprechen: Zeit schenken, mittragen, nicht allein lassen. Keine Heldengeste – nur Präsenz.

Das Cover verstärkt diese Haltung. Kein Pathos, keine Gesichter, keine Pose. Nur Nähe. Die Hand auf der Schulter ist das eigentliche Zentrum: Schutz ohne Besitz, Unterstützung ohne Kontrolle. Das warme Licht in der Dunkelheit steht für Hoffnung, die nicht laut ist, aber verlässlich. „Du bist nicht allein“ – klein gesetzt, fast wie ein Gedanke – wirkt wie ein innerer Satz, den man sich immer wieder sagen muss.

Musikalisch trägt der Song eine ruhige, ehrliche Energie: Akustik, Piano oder zurückhaltender Rock. Viel Raum, viel Luft. Ein Lied für nächtliche Autofahrten, für stille Zimmer, für Momente, in denen man jemanden braucht, der nicht repariert, sondern mitgeht. Besonders stark ist die letzte Aussage: „Ich fall mit dir und steh mit dir wieder auf.“ Keine Überlegenheit, keine Rettung – echte Gleichhöhe.

„Matthias, hörst du mich?“ ist ein Song über Freundschaft, Liebe und Solidarität unter Männern – leise, klar und unerschütterlich. Ein Lied, das nicht tröstet, weil alles gut wird, sondern weil jemand bleibt, auch wenn es gerade nicht gut ist.

bottom of page