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Songbeschreibung – „Das bin ich (Ich bin sensibel)“

„Das bin ich (Ich bin sensibel)“ ist ein Song über eine Eigenschaft, die oft missverstanden wird – und viel zu selten als Stärke gilt. Es ist kein Lied über Schwäche, sondern über Tiefe. Über Menschen, die mehr hören, mehr sehen und mehr fühlen als andere. Menschen, die nicht an der Oberfläche leben, sondern darunter.

Der Song erzählt von einem inneren Leben, das laut ist, auch wenn im Außen alles still scheint. Von Tönen zwischen Worten, von Spannungen in Räumen, von Blicken, die mehr sagen als ganze Sätze. Die Strophen beschreiben dieses permanente Wahrnehmen, das man sich nicht aussucht – und das man nicht einfach abstellen kann. Sensibilität erscheint hier nicht romantisiert, sondern ehrlich: Sie kann wehtun, überfordern, müde machen. Aber sie ist da. Immer.

Der Refrain ist ein klares Bekenntnis: Ich bin sensibel – und das ist kein Fehler.


Er wirkt wie ein innerer Satz, den man sich lange nicht zu sagen getraut hat. Kein Trotz, kein Angriff – sondern Selbstannahme. Das Lied stellt sich bewusst gegen die Stimmen, die sagen: „Reiß dich zusammen“, „Sei härter“, „Sei weniger“. Es macht deutlich, wie viel Kraft es kostet, weich zu bleiben, in einer Welt, die Härte belohnt.

In der zweiten Strophe wird die Verletzlichkeit greifbarer: Vertrauen ohne Sicherung, Dableiben ohne Garantie, Halten, obwohl man selbst keinen Halt bekommt. Was andere als naiv oder schwach bezeichnen, entlarvt der Song als stillen Mut. Denn Sensibilität heißt hier nicht, alles hinzunehmen – sondern alles zu spüren und trotzdem weiterzugehen.

Das Cover verstärkt diese Aussage auf leise, eindringliche Weise. Ein Mann sitzt im Halbdunkel, den Kopf gesenkt, umgeben von Stille. Der Raum wirkt schwer, fast erdrückend – doch eine Tür steht offen. Warmes Licht fällt hinein, Staubpartikel schweben in der Luft. Das Licht ist kein greller Hoffnungsschimmer, sondern ein sanfter, realistischer Ausweg. Es steht für Erkenntnis, für Selbstannahme, für den Moment, in dem man aufhört, sich selbst zu verleugnen.

Die Bridge spricht von Erfahrung: vom Durchschauen von Masken, vom frühen Spüren von Kälte, lange bevor sie offen gezeigt wird. Diese Sensibilität hat Narben hinterlassen – aber auch Klarheit. Sie hat nicht abgestumpft, sondern wach gemacht. Genau hier liegt der Kern des Songs: Nicht trotz der Verletzungen sensibel zu sein, sondern wegen ihnen.

Der letzte Refrain wirkt wie ein innerer Abschluss. Keine Rechtfertigung mehr, kein Vergleich. Sensibilität wird nicht mehr erklärt, sondern akzeptiert. Ich werde mich nicht härter machen, nur um reinzupassen. Das ist kein Rückzug – das ist Haltung.

„Das bin ich (Ich bin sensibel)“ ist ein Song für Menschen, die sich oft zu viel fühlen. Für die, denen gesagt wurde, sie seien falsch, zu emotional, zu leise oder zu kompliziert. Dieses Lied sagt: Du bist nicht kaputt. Du bist tief.
Und manchmal ist genau das die größte Stärke.

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